Spotlight on ... Joseph Haydns »Die Schöpfung« beim Chorkonzert I

Erfahren Sie hier mehr über Joseph Haydns monumental­es Oratorium »Die Schöpfung«, das im Rahmen des Chorkonzert I zweimal auf der Bühne des Großen Festspielhauses zu erleben sein wird.

Detail aus Michelangelos berühmtem Fresko in der Sixtinischen Kapelle: »Die Erschaffung Adams«.

Zwischen Altem Testament und Aufklärung

Unter dem Dirigat von Daniel Harding lassen die Sopranistin Hanna-Elisabeth Müller, der Tenor Andrew Staples und der Bariton Konstantin Krimmel zusammen mit den Berliner Philharmonikern sowie dem Chor des Bayerischen Rundfunks Tag für Tag die Erschaffung der Erde vor dem geistigen Auge des Publikums vorbeiziehen. Ein Werk, das seine inhaltliche Grundlage aus dem Alten Testament zieht und zugleich das neu eingeläutete Zeitalter der Aufklärung feiert.

Dass Haydn mit seinem Oratorium den Nerv der Zeit getroffen hat, zeigte sich bereits bei dessen Uraufführung 1798 im Wiener Stadtpalais Schwarzenberg. Zeitzeugen berichten von außergewöhnlicher Begeisterung – so etwa der schwedische Komponist Johan Fredrik Berwald: »Zwischen den Abschnitten der Aufführung brach jedes Mal stürmischer Applaus aus. Während der Abschnitte herrschte Todesstille. Am Ende der Aufführung riefen einige: ›Wir wollen Papa Haydn!‹«.

»In dem Moment, als das Licht zum ersten Mal erschien, konnte man sagen, dass Strahlen aus den leuchtenden Augen des Komponisten schossen. Die Verzauberung der elektrisierten Wiener war so allgemein, dass das Orchester einige Minuten lang nicht weiterspielen konnte.«

Fredrik Samuel Silverstolpe über die Uraufführung von »Die Schöpfung«

Konstantin Krimmel © Florian Huber

3 Fragen an Konstantin Krimmel

Joseph Haydns »Schöpfung« zählt zu den großen Meisterwerken der Musikgeschichte. Was fasziniert Sie besonders an diesem Werk, und was macht seine zeitlose Wirkung aus?

Konstantin Krimmel: Faszinierend empfinde ich die musikalische Darstellung der biblischen Schöpfungsgeschichte. Daher auch zeitlos, weil diese Geschichte bleibt und wird immer wieder erzählt werden. Und natürlich auch Haydns grandiose, musikalische Umsetzung mit den vielen Metaphern in der Geschichte, die 1:1 von heute sein könnten.

2026 geben Sie Ihr Debüt bei den Osterfestspielen Salzburg. Welche Bedeutung hat dieser Auftritt für Sie – künstlerisch wie persönlich?

Konstantin Krimmel: Salzburg an sich ist natürlich etwas Besonderes. Hier singen zu dürfen, gleicht einem Ritterschlag. Noch dazu ist es so gut wie ums Eck von München, wo ich wohne. Da spart man sich die lange Reise und ist trotzdem in einer ganz anderen Welt. In Salzburg herrscht Magie.

Es wird das erste Mal sein, dass Sie mit den Berliner Philharmonikern musizieren. Welche Erwartungen verbinden Sie mit dieser Begegnung?

Konstantin Krimmel: Mit den Berliner Philharmonikern zu musizieren ist einfach wundervoll. So ein herrliches und einmaliges Orchester. Ich freue mich sehr darauf. Solch ein Werk aufzuführen ist Teamwork, da kommt es auf jeden Einzelnen an. Ein Teil der Geschichte diese unglaublichen Orchesters zu werden, ehrt mich sehr.

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